Weidemilch

9 – Weidemilch

Herde

Weidemilch, was ist das?

Moderne Milcherzeugung lässt sich auch mit Weidehaltung kombinieren. In Niedersachsen haben fast 70 Prozent der Milchkühe Weidegang. Trotzdem ist Weidehaltung tendenziell rückläufig. Je größer ein Betrieb ist, desto häufiger leben die Kühe im Boxenlaufstall ohne Weide. Im November 2019 haben im Ammerland 323 Milch erzeugende Betriebe durchschnittlich 106 Kühe gehalten (LSN, Landwirtschaftskammer Niedersachsen 2019).

Hof
Weideland siegel

Der Betrieb der Familie Cording

Der landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Cording liegt am Mühlendamm und ist einer von rund 1700 „PRO WEIDELAND“ Betrieben.

Hier werden 85 Milchkühe im Boxenlaufstall gehalten, die täglich selbst entscheiden dürfen, wieviel Zeit sie auf der Weide verbringen. Eine Kuh, die Milch gibt, bekommt jedes Jahr ein Kalb. Die weiblichen Kälber werden zur Bestandsergänzung aufgezogen und im Sommer ebenfalls auf der Weide gehalten. Die Bullkälber werden im eigenen Betrieb bis zur Schlachtung mit 20 Monaten gemästet oder als Zuchtbullen vermarktet. Insgesamt werden 87 ha landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet. Auf 20 ha Acker wird Silomais angebaut, der im Herbst geerntet und für die Winterfütterung einsiliert wird. Die zweite Kultur ist Wintergerste auf 14 ha. Der Großteil der Fläche ist Dauergrünland und wird als Weide oder für die Grassilageerzeugung genutzt. Die Kühe geben durchschnittlich 11.000 kg Milch pro Tier und Jahr (Stand 2020) und werden zweimal täglich gemolken. Den Landwirten liegt das Wohl und die Gesundheit ihrer Tiere am Herzen. Weidehaltung dient dem Tierwohl. Milchbauern, die Weidemilch nach dem „PRO WEIDELAND“ Standard produzieren, verpflichten sich, ihren Kühen ganzjährig Bewegungsfreiheit zu gewähren und sie an mindestens 120 Tagen für mindestens sechs Stunden am Tag auf der Weide grasen zu lassen. Außerdem dürfen sie nur Futter entsprechend dem VLOG-Standard ohne Gentechnik verwenden. Verbraucher können diese Weideprodukte am gleichnamigen Gütesiegel „PRO WEIDELAND“ – einer grasenden Kuh im grünen Rundsiegel – erkennen.

Das Gütesiegel „PRO WEIDELAND“ gehört dem Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V.. PRO WEIDELAND ist mit einem Nachhaltigkeitsversprechen verbunden und fördert die positiven Eigenschaften der Weidehaltung auf Tierwohl, Wasser- und Klimaschutz sowie Biodiversität. Betriebe, die im Rahmen von „PRO WEIDELAND“ zertifiziert werden, verfügen pro Kuh über mindestens 2000 m² Grünland und davon mindestens 1000 m² Weidefläche. Das Grünland ist prägender Bestandteil der Kulturlandschaft im Ammerland. Der Anteil  an der landwirtschaftlichen Nutzfläche liegt hier bei 48 % (Landwirtschaftskammer Niedersachsen 2019). 

Die Molkerei Ammerland hat sich 2017 als erste Molkerei dem „PRO WEIDELAND“ Programm des Grünlandzentrums angeschlossen. Etwa die Hälfte ihrer Lieferanten – wie der Hof der Familie Cording – produziert ihre Weidemilch nach diesem Standard. Die Produkte, wie z.B.  Weidemilch, Weidebutter und Weidekäse, sind unter der Marke „Ammerländer“ im Handel zu finden.

Stall Cording
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